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Ein Muster über Generationen

Chapter 07 - Ein Muster über Generationen

Die Prüfer von Reinhardt & Kollegen brauchten zehn Tage, um ihren ersten Zwischenbericht vorzulegen.

Ich traf mich mit der leitenden Prüferin, Frau Dr. Aydin, in einem neutralen Besprechungsraum außerhalb des Firmengebäudes, auf ihren Vorschlag hin, um keine Aufmerksamkeit zu erregen.

"Frau Falkenrath, was wir gefunden haben, geht über die beiden Firmen hinaus, die Sie uns genannt haben."

Sie legte eine Übersicht auf den Tisch, mit mehreren farblich markierten Zeitachsen.

"Es gibt Hinweise auf ein ähnliches Muster, das bereits vor über zwölf Jahren begonnen hat, unter der Geschäftsführung Ihres Schwiegervaters. Zwei weitere Firmen, mittlerweile aufgelöst, mit vergleichbaren Zahlungsstrukturen."

Ich betrachtete die Übersicht lange.

"Sie meinen, das ist keine Erfindung von Thomas allein."

"Es sieht eher so aus, als hätte er ein bestehendes System übernommen und weitergeführt, nachdem sein Vater sich zurückgezogen hatte. Die Struktur ist bemerkenswert ähnlich: geringe monatliche Beträge, knapp unter Prüfschwellen, über Firmen mit familiärer Verbindung."

"Wusste Markus davon?"

"Das können wir nicht mit Sicherheit sagen. Aber seine eigenen handschriftlichen Notizen, die Sie uns zur Verfügung gestellt haben, deuten darauf hin, dass er erst in den letzten anderthalb Jahren begonnen hat, dem nachzugehen, möglicherweise ausgelöst durch einen konkreten Verdacht."

Ich dachte an Markus' letzte Notiz. "Termin mit Thomas vereinbart. Konfrontation nötig, aber diskret."

Er hatte wahrscheinlich nicht das ganze Ausmaß gekannt. Nur genug, um misstrauisch zu werden.

"Wie hoch schätzen Sie den Gesamtschaden über die Jahre?"

Dr. Aydin blätterte in ihren Unterlagen.

"Vorläufig, und das kann sich noch ändern, schätzen wir zwischen 1,8 und 2,3 Millionen Euro, über einen Zeitraum von zwölf Jahren, verteilt über beide Generationen."

Die Zahl war größer, als ich erwartet hatte, aber sie erklärte auch etwas, das mir seit Wochen unklar gewesen war: warum die Gewinnmargen der Ersatzteilabteilung seit Jahren leicht unter dem Branchendurchschnitt lagen, ohne dass jemand im Unternehmen eine plausible Erklärung dafür gefunden hatte.

"Was schlagen Sie als nächsten Schritt vor?"

"Rechtlich gesehen, sollten Sie diese Ergebnisse mit einem Fachanwalt besprechen, bevor Sie irgendetwas intern kommunizieren. Wirtschaftlich gesehen, sollten Sie entscheiden, ob Sie eine stille Bereinigung anstreben, mit Rückzahlung und internen Konsequenzen, oder eine förmliche Anzeige."

Ich dachte an Ingrids Worte am Telefon. "Diese Firma ist eine Familie, keine Bilanz."

Vielleicht hatte sie damit unbeabsichtigt recht gehabt, nur nicht so, wie sie es gemeint hatte. Die Familie hatte über zwei Generationen gelernt, dass man mit den richtigen Verbindungen und der richtigen Zurückhaltung fast alles unter dem Deckmantel der Kontinuität verstecken konnte.

Ich rief Daniel an, sobald ich wieder im Auto saß.

"Zwei Generationen, Daniel. Nicht nur Thomas."

Am anderen Ende blieb es einen Moment still.

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"Dann," sagte er schließlich, "wird die Entscheidung, die du triffst, nicht nur Thomas betreffen. Sie wird bestimmen, wie diese Familie sich selbst versteht, für die nächsten zwölf Jahre und danach."

Keep reading Part 8 — denn bevor ich eine Entscheidung treffen kann, versucht Thomas, die Prüfung mit einem eigenen Zug zu stoppen.

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