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Die Apotheke

Chapter 03 - Die Apotheke

Am nächsten Morgen, mit Finn in Julians Obhut, ging ich zurück zur Apotheke in unserem Viertel.

Herr Antoine, der Apotheker, erkannte mich sofort.

"Frau Falkner. Ich hoffe, es geht Ihrem Jungen besser."

"Genau deswegen bin ich hier. Sie haben mir letzten Dienstag gesagt, dass eine Frau gekommen sei, um sein Rezept zu stornieren, und sich dabei als ich ausgegeben hätte?"

Er nickte, sichtlich unwohl. "Ja, eine Frau um die sechzig, eher elegant gekleidet. Sie sagte, sie sei die Mutter des Kindes und wechsle aus praktischen Gründen die Apotheke."

Sabine. Die Beschreibung passte genau.

"Führen Sie ein Protokoll über diese Stornierung? Eine Unterschrift, eine Aufzeichnung?"

"Wir haben ein elektronisches Register, ja. Jede Änderung wird mit Datum und Uhrzeit erfasst, zusammen mit dem angegebenen Namen."

Er prüfte auf seinem Computer, drehte den Bildschirm zu mir.

"Hier. Dienstag, 14:32 Uhr. Angegebener Name: Lena Falkner."

Nur dass ich am Dienstag um 14:32 Uhr zu Hause war, dabei Finns Nachmittagssnack vorbereitete, mit Sabine selbst im Nebenzimmer.

"Herr Antoine, könnte ich eine Kopie dieser Aufzeichnung bekommen? Es ist wichtig."

Er zögerte, druckte dann das Dokument aus.

"Darf ich fragen, warum?"

"Weil mein Sohn fünf Tage später einen schweren Asthmaanfall hatte, ohne Behandlung, weil jemand meine Identität gestohlen hat, um sein Rezept zu stornieren."

Herr Antoines Gesicht wurde hart.

"Das ist sehr schwerwiegend, Frau Falkner. Wenn Sie Anzeige erstatten, werde ich ohne zu zögern aussagen."

Auf dem Heimweg, das Dokument gefaltet in meiner Tasche, rief ich Julian an.

"Ich habe den Beweis. Deine Mutter kam hierher und gab sich als ich aus, um Finns Behandlung zu stornieren."

Ein langes, schweres Schweigen.

"Warum hätte sie das tun sollen, Lena? Das ergibt keinen Sinn. Sie liebt Finn."

"Ich weiß noch nicht warum. Aber ich werde es herausfinden, Julian. Und ich brauche, dass du mir hilfst, nicht dass du sie verteidigst."

"Ich verteidige sie nicht," sagte er, die Stimme angespannt. "Ich versuche nur zu verstehen."

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"Dann hilf mir zu verstehen. Denn im Moment sehe ich nur, dass deine Mutter und deine Schwester unseren Sohn absichtlich fünf Tage lang in Gefahr gebracht und jede Kommunikation zwischen uns unterbrochen haben, damit du nicht eingreifen konntest."

Lesen Sie weiter in Teil 4 — denn was Julian bei der Überprüfung der Konten seiner Mutter entdeckt, offenbart einen weitaus kälteren Grund als bloße familiäre Eifersucht.

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